Verfasst von: lghg | 11.01.2004

Frauen-Konzentrationslager Langenhagen: Gedenkveranstaltung am Mahnmal

Das Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ hat erstmalig eine Gedenkveranstaltung am Mahnmal zum Frauen-Konzentrationslager Langenhagen organisiert. Mehr als 25 Teilnehmer gedachten bei strömendem Regen den Opfern des Nationalsozialismus und speziell der Frauen aus dem KZ Langenhagen. Für die Stadt Langenhagen nahm der erste Stadtrat Jan Sievers als offizieller Vertreter teil – der DGB-Chor Hannover umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

Im Oktober 1944 wurde das KZ im Gewerbegebiet „Brinker Hafen“ an der Hackethalstrasse errichtet. 500 polnische Zwangsarbeiterinnen, die während des Warschauer Aufstands interniert wurden, mussten hier für die Brinker Eisenwerke in der Rüstungsproduktion arbeiten. Das damals auf Langenhagener Stadtgebiet gelegene Konzentrationslager wurde am 06.01.1945 durch einen alliierten Bombenangriff zerstört und danach von den Nazis geräumt. „Auch wenn das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers nun in Hannover liegt, gehört es dennoch zur Langenhagener Stadtgeschichte“, betonte Bernd Kabutke vom Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“.

Im Auftrag der Stadt Langenhagen recherchierten die beiden Historikerinnen Janet Anschütz und Irmtraud Heike die damaligen Vorfälle im Frauen-KZ und führten hierzu umfangreiche Gespräche mit Überlebenden durch. Im Jahr 2003 erschien ihr Buch „Man hörte auf ein Mensch zu sein“, dass den Leidensweg der Zwangsarbeiterinnen dokumentiert. Am 8. Mai 2003 wurde auf Initiative der IG Metall Hannover, der Stadt Langenhagen und der beiden Historikerinnen das Mahnmal am Brinker Hafen im Beisein zwei ehemaliger Zwangsarbeiterinnen eingeweiht.

„Wir werden jedes Jahr am 6. Januar eine Gedenkveranstaltung am Mahnmal zum Frauen-Konzentrationslager organisieren, um dem hier in Langenhagen geschehenen Unrecht zu gedenken“, sagt Marco Brunotte, Sprecher des Aktionsbündnisses „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“. Dies sei man den polnischen Zwangsarbeiterinnen schuldig.

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